Jagdhund sucht in Weinreben nach Japankäferlarven

Spürhunde auf der Fährte des Japankäfers

Der Japankäfer gehört zu den gefährlichsten invasiven Schädlingen Europas. Seit seiner Einschleppung 2014 verbreitet er sich rasant über Flug- und Transportwege. In Italien begann sein Vormarsch, 2017 erreichte er das Tessin, und seit 2023 treten erste stabile Populationen in der Nordschweiz auf. Sein weiteres Vordringen in Europa ist nur eine Frage der Zeit. 

Mit über 400 Wirtspflanzen – darunter Weinreben, Mais, Soja, Apfel und Kirsche – richtet der Japankäfer enorme wirtschaftliche Schäden an. Ganze Ernten können ausfallen. Während Duftstofffallen helfen, die adulten Käfer im Sommer zu erfassen, verbringen die Tiere den Großteil ihres Lebenszyklus als Larven im Boden – schwer nachweisbar und oft erst sichtbar, wenn der Schaden bereits entstanden ist.

Japankäferlarve auf verfressenem Weinblatt
Vom Japankäfer befallene Weinrebenblätter

Warum Japankäferlarven mit Spürhunden finden?

Ein Larvenbefall im Boden bleibt lange verborgen. Erst wenn Pflanzen durch Wurzelfraß sichtbar geschädigt sind oder absterben, wird ein Japankäferproblem erkennbar. Bisher fehlt eine effiziente Methode, Larven frühzeitig zu entdecken. Die einzige Variante ist das Ausgraben – zeitaufwendig und schädlich für den Boden.

Hier kommen Spürhunde ins Spiel: Dank ihres überragenden Geruchssinns können sie Organismen aufspüren, die für uns unsichtbar bleiben. Für das Monitoring des Japankäfers sind sie damit eine vielversprechende, nicht-destruktive Lösung.

Meine Masterarbeit zeigt beeindruckende Ergebnisse: Die ausgebildeten Spürhunde fanden Japankäferlarven unter bis zu 20 cm Erde mit über 90 % Trefferquote. Das bestätigt ihr enormes Potenzial für ein präzises und schonendes Monitoring.

Border Collie sucht nach Japankäferlarven
Die Border Collie Hündin Creamy bei der Bodensuche

Welche Hunde eignen sich als Japankäfer-Spürhunde?

Für einen erfolgreichen Spürhund gibt nicht die Rasse den Ausschlag, sondern der individuelle Charakter. Wichtige Faktoren sind:

  • ausgeprägter Geruchssinn
  • hohe Motivation, besonders Spiel- und Arbeitsfreude
  • körperliche Fitness
  • Konzentrationsfähigkeit

Ebenso entscheidend ist das Mensch-Hund-Team. Hundeführerinnen und Hundeführer müssen Körpersprache lesen, Suchverhalten verstehen und den Hund sicher durch die Aufgaben leiten.

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Bei der Ausbildung des Hundes sind realistische Szenarien wichtig.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung eines Spürhundes ist anspruchsvoll und dauert je nach Vorerfahrung rund 1,5 bis 2 Jahre. Sie umfasst:

  • Geruchsverknüpfung
  • verschiedene Suchsysteme
  • schrittweises Training unter realen Bedingungen
  • Anpassung an unterschiedliche Böden und Wetterlagen

Erst wenn Hund und Mensch ein eingespieltes Team sind, ist ein Einsatz im Feld möglich.
Mehr über die Ausbildung zum Spürhund erfährst du im Einzelcoaching bei Lernen mit Hund

Die Zukunft der Japankäfer-Spürhunde

Die bisherigen Forschungsergebnisse zeigen klar: Spürhunde können ein wertvolles, zuverlässiges und bodenschonendes Werkzeug im Kampf gegen den Japankäfer sein. Mit gezieltem Training und kontinuierlicher Weiterentwicklung könnte der Einsatz der Hunde künftig fester Bestandteil eines effektiven Monitorings werden – und einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Kulturen leisten.

Japankäferlarve auf Weinblatt
Japankäfer erkenn man an den weissen Streifen auf dem Hinterleib

Spürhunde im Einsatz gegen invasiven Arten

Spürhunde bieten eine einzigartige Chance, Japankäferlarven früh und zuverlässig zu erkennen. Ihr Einsatz schützt Pflanzen, spart Ressourcen und ergänzt bestehende Monitoringmethoden ideal. Gut ausgebildete Teams leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft.

Japankäferlarve auf der Erde liegend
Japankäferlarven sind nur etwa so gross wie eine 5-Rappen-Münze.

Training unter strengen Auflagen

Der Japankäfer ist in der Schweiz als Quarantäneorganismus eingestuft. Für die Lagerung sowie dem Training mit den Japankäferlarven verfügt das Projektteam über sämtliche nötige Bewilligungen des Bundes.

Mehr zum Projekt: www.japankaeferspuerhunde.ch

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